Nationalparks in Marokko

Unter allen Mittelmeerländern ist Marokko, von der ökologischen Perspektive aus gesehen, aufgrund seiner Vielseitigkeit von Klima, Geologie, Flora und Fauna am einzigartigsten. Diese Vielseitigkeit hat zu einer reichen Landschaft und wunderbaren natürlichen Gebieten beigetragen, die Marokko ein außergewöhnliches natürliches Erbe geben.
Die Artenvielfalt Marokkos beginnt im Mittelmeer und wird bezeugt durch die Existenz seltenen Arten wie der Gepard, Mönchrobbe und kahlköpfiger Ibis.
Um dieses nationale Erbe zu schützen, hat Marokko ein Netzwerk von geschützten Gebieten ausgewiesen, die zehn Nationalparks und 146 Reservate beinhalten, die die Vertreter der
Ökosysteme des Landes beheimaten.

Toubkal National Park

Geschaffen 1942, hat er ein Gebiet von 38.000 ha. und beginnt nur 60 km südwärts von Marrakech. Der Toubkal National Park schützt einen Gebiet, welches Vertreter von Marokkos einzigartiger Hochgebirgszone ist. Es schließt den Berg Toubkal, welcher mit 4167 Metern den höchsten Gipfel Nordafrikas hat, ein. Die verschiedene Topographie, sein rauhes Klima, seine Gipfel und die Verschiedenartigkeit der Felsen, die dieses Massiv zusammensetzen, geben ihm eine Originalität, die es zu einem der interessantesten Gebiete Marokkos macht.
Besuchern bietet es großartige, malerische Szenen.
Seine Höhe, die sich von 800 zu mehr als 4000 Metern ändert, ermöglicht die unterschiedlichen Vegetationsbereiche zu erkunden.
Dieses Gebiet hat eines der höchsten Vorkommen von endemischen Pflanzen in Marokko.
Etwa 15% des National Parks sind bewaldet. Die ältesten Wälder bestehen aus der immergrünen Eiche und Wachholder.
Der Park beheimatet mehr als 16 Arten Säugetiere und 50 Vogelarten. Zudem verfügt er über zahlreiche Arten wirbelloser Tiere, Amphibien und Fische.
Das Mähnenschaf und der Lammgeier sind die charakteristischsten
Tiere des Parks. Außer der biologischen Vielfalt kommen im Park auch uralte Steinmalereien u.a. die älteste in Marokko gefundene Steinzeichnung, aus dem Jahre 3000 v.C., vor.

Tazekka National Park

Gegründet 1950 auf einem Gebiet von 680 ha. Der Tazekka National Park wurde geschaffen,
um alle Naturschätze zu bewahren, die um die 1980 Meter hohe, schneebedeckte Spitze
des J. Tazekka, vorkommen. Dieser Berg liefert das wichtige Wasser, welches das hydrologische System des Gebiets nährt.
Die ursprüngliche Parkgrenze ist ausgebreitet worden, und umfaßt nun ein Gebiet von 12.800 ha. Es schließt nun auch bewaldete Gebiete sowie reizvolle Landschaften ein, in denen sich zahlreiche Höhlen und Grotten befinden. Der Park enthält eine erstaunliche Artenvielfalt, welche durch das Vorkommen von 506 Pflanzenarten dokumentiert wird.
Die Wälder im Park bestehen aus Atlas-Zedern, Korkeichen und der immergrünen Ilex-Eiche.
Der 1993 wieder angesiedelte Berberhirsch gibt dem Park zusätzlichen Wert.
Adlernester werden auch regelmäßig im Park gesehen. Zudem kommen Ginsterkatze,

Mungo, Wiesel, Wildkatzen, Stachelschweine und eine große Anzahl an Fledermäusen, welche Unterschlupf in den zahlreichen Höhlen finden, im Park vor.

Souss-Massa National Park

Geschaffen wurde der Park 1991. Der Wert des Souss-Massa National Park liegt in seiner strategischen und geographischen Lage, dem Unterschied seiner Biotope, sowie dem Reichtum und der Einzigartigkeit seiner Flora und Fauna.
Die Vegetation des Parks ist für das Gebiet typisch: viele endemische Arten, die nur hier aufgrund der verschieden klimatischen Einwirkungen wachsen.
Der Park besteht aus der Küstensteppe, welche mit Euphorbien (Wolfsmilchgewächsen) besiedelt ist, felsige Gebiete, auf denen der endemische Arganbaum wächst, am Flußbett des Massa kommen zahlreiche Arten von Gräsern, Schilf und Binsen vor und die Dünen-Vegetation, sie besteht u.a. aus salzliebenden Gänsefußgewächsen.
Der Park dient zur Zeit der Wiederansiedlung von in Marokko ursprünglich beheimateten aber derzeit verschwundenen Tierarten wie der Mhorrgazelle, der Oryx.- und Mendesantilope sowie dem Strauß.
257 Vögelarten, 46 Säugetierarten, 40 versch. Reptilien und Amphibien, 9 Fischarten sowie zahlreiche Schmetterlinsgarten sind im Park beheimatet. Insbesondere ist er zur Zuflucht der größten Restkolonie des weltweit nur noch in Marokko vorkommenden kahlköpfigen Ibis geworden.
Die Mündungen der Flüsse Souss und Massa werden auch international als wichtiges Wattland für Zugvögel angesehen.

Al Hoceima National Park

Der National Park von Al Hoceima, welcher ein Gebiet von 47.000 ha bedeckt, hat eine einzigartige ästhetische Qualität, charakterisiert durch ursprüngliche Küstengebiete von Marokkos nördlicher Küste, den Hochklippen und gebirgigem Hinterland.
Die außerordentliche Klarheit des Wassers sorgt für ein reiches und vielseitiges Seelebens. Der Park ist ein ideales Habitat für zahlreiche Gruppen der Meeresbewohner.
Es kommen hier drei versch. Delphinsorten vor: Der gemeine Delphin, der Streifendelphin und der Riesendelphin.
Der Park hat auch einen besonderen ornithologischen Wert: Es kommen 69 Vogelarten und die weltweit größte Kolonie des Fischadlers vor.
Zudem gibt es hier den Mönchrobbe und die Audoin-Möwe, zwei weltweit
hochbedrohte Arten.

Talassemtane National Park,

Er erstreckt sich auf eine Fläche von 60.000 ha.
Der Park dehnt sich über die östliche Gebirgskette des Rif aus, welche von Ceuta nach Assifane verläuft.
Das Gebiet bietet dem Besucher eine unverfälschte, natürliche Landschaft, in der Waldflächen und tiefe Schluchten zusammen kommen. Der Park beherbergt den weltweit einzigen Bestand der marokkanischen Tanne (Abies marocana), der letzte Rest eines weltweit einzigartigen Ökosystems, welches sich in Gefahr befindet.
Im Park sind mehr als 239 Pflanzenarten gefunden worden. Zudem gibt es hier über 37 Säugetiere, wovon die bekannteste wohl die Berberaffen sind. Mehr als 117 Vogelarten, u.a. Lammgeier und Steinadler kommen hier vor.

Ifrane National Park

Er dehnt sich auf einer Fläche von über 53.000 ha aus. Er ist ein exzellentes Beispiel
für die einzigartige geomorpholokalische Zusammensetzung der Berge im Mittleren Atlas.
Hier gibt es einerseits offene Hochebenen, wie auch dichte Waldflächen, welche karakteristisch für diese Landschaft sind. Einen besonderen Wert verleihen die natürlichen Seen, Flüsse und Höhlen diesem Gebiet. Im Zentrum des Parks befindet sich Marokkos größtes ununterbrochenes Waldgebiet, welches sich hauptsächlich aus der edlen Atlas-Zeder zusammen setzt.
In der Vergangenheit war der Park Zuflucht für den Leopard und Luchs sowie dem schon lange nicht mehr gesehenen Otter.
Die Fauna wird heute durch 37 Arten Säugetiere, 142 Vogelarten, 33 Arten Reptilien und
Amphibien, vertreten. Der Rotfußkrebs ist einer der typischsten Bewohner der hiesigen Flüsse.

Hoher-Atlas National Park

Der aus steilen gebirgigen Gebieten bestehende Park erstreckt sich über eine Fläche von 49.000 ha. Er liegt zwischen den östlichen Bergen des Hohen-Atlas, den relativ feuchten nördlichen Bergen und den trockenen, wüstenhaften Bergketten im Süden.
Der Park beherbergt zahlreiche Flüsse, die sich zu einem Komplex dichter hydrologisches Systeme zusammensetzen.
Der nördliche Rand des Parks setzt sich aus einem Mischwald mit Zeder, immergrünen
Eichen, Kiefern und versch. Wacholdersorten zusammen.
Ab einer Höhe von 3.000 Metern besteht die Vegetation größtenteils aus Dorngewächsen.
Dieses rauhe Gebiet ist Lebensraum für das Mähnenmufflon, Berggazellen und Marokkos letzten Leoparden.
Ein besonderer kultureller Höhepunkt des Gebietes ist, der jedes Jahr in einem Dorf nahe Imilchil stattfindende Heiratsmarkt.

Iriqui National Park

Er befindet sich zwischen dem mittleren Verlauf des Draa Flusses und den südlichen Hängen des Antiatlasberge. Während der feuchten Winterjahreszeit ist der Iriqui-See ein Besuch wert, um die zahlreichen Zugwasservögel zu beobachten.
Die Vegetation besteht aus teilw. bewaldeter Steppe und Savanne, welche von Akazien bewachsen ist. Die Dünen werden in erster Linie von Tamarisken bewachsen. Die Fauna ist reichhaltig. Die bemerkenswertesten Arten sind die Dorkasgazelle, Mähnenschaf, Hyäne und die Kragentrappe.
Die häufigsten Reptilien sind die Eidechse, die Hornviper, die Tupfer-Eidechse, der Wüstenvaran, das Chamäleon, der Gecko und versch. Schlangenarten.
Die Wiederansiedlung von Oryx.- und Mendesantilope sowie dem Strauß sind geplant.

Unterer Draa National Park

Dieser Park, gelegen im Draa Tal, hat die Gestalt eines langen Bandes, welches sich zwischen den Bani und Ouarkziz Bergen erstreckt. Es hat ein sensationelles Panorama,
worin Felsen und Sand, große Wüsten und steile Berge, reiche Wasservegetation, unfruchtbare Steppen und Akazien-Wälder zusammen kommen.
Diese verschiedenen Eigenschaften geben dem Park eine Vielfältigkeit mit außergewöhnlicher Qualität.
Er beherbergt seltene Tierarten wie den Gepard, Wüstenluchs, Cuviers-Gazelle und den
Honigdachs. Die Reptilien werden u.a. durch das Wüstenchamäleon, den Wüstenvaran und die Tupfereidechse vertreten. Krokodiele sind in diesem Gebiet um 1940 zuletzt gesehen worden.
Der Park bietet günstige Bedingungen für die Wiederansiedlung versch. Tierarten wie dem Otter, Luchs, Mendesantilope und der Kragentrappe.

Dakhla National Park

Dieser Park bedeckt ein großes Gebiet der Umgebung des Eddaheb Flusses, verläuft entlang den Grenzen zur Sahara und der Atlantikküste.
Der Park besteht aus zwei unterscheidenden Gebieten – ein Küstenstreifen,
der unter den unveränderlichen ozeanischen Einflüssen steht und einem Inlandsgebiet, mit felsiger Wüste, welche gleich hinter der Küste beginnt.
Dieses Gebiet besteht hauptsächlich aus der felsigen Wüste, versetzt mit großen Sandhügeln, die in verschiedenen Farbabstufungen den Horizont bilden.
Es befinden sich auch mehrere Trockenflußbetten, auf denen Akazien und wilde Kapern wachsen, im Park. In der Vergangenheit gab es hier zahlreiche Addax.- und Oryxantilopen, Mähnenschafe, verschiedene Gazellenarten und Strauße, wovon es heute jedoch so gut wie keine Bestände mehr gibt. Verblieben sind nur noch kleine Bestände des Mähnenschafes und der Dorkasgazelle. Ziel soll es sein, hier wieder ausgestorbene Tierarten anzusiedeln.
Das Küstengebiet des Parks dehnt sich über 180 km entlang der Küste und 12 Seemeilen ins Meer aus.
Der Küstenstreifen besteht aus von Hochwellen zerschlagenen Klippen. Zur kontinentalen Seite hin befinden sich große, vom Wind angewehte Sanddünen. Diese bizarre Landschaft verleiht dem Gebiet ein unwirkliches Aussehen. Es gibt hier noch Restbestände der Dorkasgazelle. Zudem ist die Küstenzone zu der weltweit größten und südlichsten Kolonie der Mönchrobbe geworden, welche von den Klippen her beobachtet werden können.